1775 eröffnete Großherzog Peter Leopold in Florenz ein Museum und bestimmte, dass jeder eintreten dürfe, sofern anständig gekleidet: Es war das erste wissenschaftliche Museum Europas, das dem Publikum und nicht nur den Gelehrten offenstand. Es liegt in der Via Romana hinter dem Palazzo Pitti und heißt La Specola nach der Sternwarte, die es auf dem Dach hatte. Drinnen befindet sich die bedeutendste Sammlung anatomischer Wachsmodelle der Welt.
Sehenswertes
Es sind mehr als vierzehnhundert Stücke, zwischen dem Ende des achtzehnten und dem neunzehnten Jahrhundert in der eigenen Werkstatt des Museums modelliert: geöffnete ganze Körper, aufgeschnittene Köpfe, Nervensysteme, Gliedmaßen, Organe, alles in farbigem Wachs und mit einer Genauigkeit wiedergegeben, die keine Zeichnung erreichte. Sie dienten dazu, Studenten Anatomie zu lehren, ohne auf Leichen zurückgreifen zu müssen, die rasch verwesten und schwer zu beschaffen waren. Die Figuren liegen in zeitgenössischen Vitrinen aus Holz und Glas, und einige sind modelliert, als schliefen sie.
Der übrige Teil ist die große zoologische Sammlung der Universität: Skelette, ausgestopfte Tiere, Insekten, Mineralien und Muscheln, nach den Kriterien des neunzehnten Jahrhunderts geordnet, mit handgeschriebenen Etiketten. Dazu kommt die Galilei gewidmete Tribuna, ein klassizistischer Saal des neunzehnten Jahrhunderts zu seinen Ehren, mit Marmor und Mosaiken.
Der Besuch
Das Museum liegt in der Via Romana, fünf Minuten vom Palazzo Pitti und zehn vom Ponte Vecchio; Eintritt mit Karte, mit Ruhetagen. Nach einer langen Restaurierung haben die Säle stufenweise wieder geöffnet: Es lohnt zu prüfen, welche Abteilungen zugänglich sind. Anderthalb Stunden.
Tipp der Redaktion
Gehen Sie durch die Wachssäle, ohne zu lange bei einzelnen Figuren zu verweilen, und sehen Sie stattdessen das Ganze: Sie wurden gemacht, um wie ein Buch gelesen zu werden, in einer bestimmten Reihenfolge, von der Körperoberfläche nach innen. Sie sind zudem, ohne es zu wollen, einige der eindringlichsten Skulpturen des italienischen achtzehnten Jahrhunderts, und darum vergisst sie niemand, der sie gesehen hat.
