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🖼️ Museen

chiostro dello Scalzo

📍 Firenze, Toskana · 62/100

In der Via Cavour, zwischen zwei Haustüren, liegt ein kleiner überdachter Hof, den man kostenlos besuchen kann und in dem fast nie jemand ist. Es war der Kreuzgang einer Laienbruderschaft namens dello Scalzo, weil bei den Prozessionen der Bruder, der das Kreuz trug, barfuß ging. Zur Ausmalung rief man Andrea del Sarto, der dort mit Unterbrechungen zwischen 1509 und 1526 arbeitete: fast zwanzig Jahre für zwölf Szenen, in einem Hof mitten in einem Häuserblock.

Sehenswertes

Die Geschichten sind die Johannes' des Täufers, von der Ankündigung an Zacharias bis zur Enthauptung und dem zu Herodes getragenen Haupt, und sie sind alle monochrom gemalt, in Grau und Weiß, die Steinrelief nachahmen. Es ist eine seltsame und wunderbare Wahl: Ohne Farbe bleiben nur Zeichnung, Licht und Körper, und man sieht einen Maler wie einen Bildhauer arbeiten. Zwei Szenen sind nicht von ihm, sondern von Franciabigio, gemalt, während Andrea in Frankreich für den König arbeitete.

In den Nischen stehen die allegorischen Figuren der Tugenden, und an den Wänden erkennt man die Nähte der Tagewerke: Der Kreuzgang ist zugleich ein Lehrbuch, wie man al fresco malte. Die Bruderschaft wurde Ende des achtzehnten Jahrhunderts aufgehoben und ihre Gebäude aufgeteilt und verkauft; von der ganzen Anlage blieb nur dieser Hof, weshalb er heute wirkt wie ein von etwas anderem abgebrochenes Stück.

Der Besuch

Der Kreuzgang liegt in der Via Cavour, zehn Minuten zu Fuß vom Dom, kurz hinter dem Palazzo Medici Riccardi; Eintritt frei, doch geöffnet nur an einigen Wochentagen und für wenige Stunden, meist vormittags: vorher prüfen. Eine halbe Stunde, und gut angelegte Zeit.

Tipp der Redaktion

Machen Sie ihn gleich nach dem Kreuzgang der Santissima Annunziata, fünf Minuten entfernt, wo Andrea del Sarto in Farbe gearbeitet hat: Beides hintereinander an einem Vormittag zeigt in einer halben Stunde, was ein Technikwechsel bedeutet. Und wenn Sie den Scalzo geschlossen finden, merken Sie ihn sich für ein anderes Mal: Er gehört zu den wenigen Dingen in Florenz, die kostenlos und leer sind.

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