Der Name ist halb langobardisch und halb lateinisch. Die fara war die Gruppe verwandter Familien, in die sich jenes Volk gliederte, ein zugleich politisches und militärisches Gebilde, das seinen Namen auch dem Land gab, wo es sich niederließ; der Zusatz, der Söhne Petrus', stammt höchstwahrscheinlich von den Cölestinermönchen des Klosters Sant'Eufemia, die sich nach dem Namen ihres Gründers so nannten, und diente dazu, dieses Fara von allen anderen zu unterscheiden. Jedes Jahr, am sechzehnten Januar, bauen die Ortsteile Riesenfackeln aus Schilfrohr, gebunden mit Zweigen der Trauerweide — die farchie — und verbrennen sie auf dem Platz vor der Kapelle des heiligen Antonius Abbas. Sie tun es seit 1799, dem Jahr des Wunders: die Überlieferung erzählt, der Heilige habe die französische Invasion am Ortsrand aufgehalten, und an der Stelle, wo es geschah, habe ein Eichenwäldchen gestanden, von dem zehn Bäume stets denselben Stammdurchmesser hatten. Dort wurde 1947, kaum war der Krieg vorbei, eine Kirche errichtet, um ihm für drei Dinge zugleich zu danken: die aufgehaltenen Franzosen, die Eichen und einen Ochsenkarren, der sich während der deutschen Besatzung niederkniete und sich weigerte, eine zur Räumung gezwungene Familie fortzuschaffen. Vor jener Kirche werden die farchie einmal alle fünfundzwanzig Jahre entzündet.
Das zwanzigste Jahrhundert begann gut: die Dorfkapelle spielte 1899 in Wien unter der Leitung des Maestro Giuseppe Dell'Orefice, und aus jenen Jahren stammen die farchie in ihrer heutigen Gestalt. Dann, zwischen 1940 und 1943, bestimmten die faschistischen Behörden Fara zum Ort der Zivilinternierung für die in Italien befindlichen ausländischen jüdischen Flüchtlinge: die Internierten waren elf. Mit der deutschen Besatzung wurden drei von ihnen verhaftet und in Auschwitz in den Tod geschickt, einer wurde an Ort und Stelle getötet, die anderen sieben entkamen der Verhaftung, indem sie sich versteckten oder flohen, und erreichten die Schweiz oder die bereits befreiten Gebiete des Südens. Der Durchzug der Front ließ den Ort fast vollständig zerstört zurück und forderte Hunderte von Opfern. Den Wiederaufstieg der Nachkriegszeit nennen sie hier noch immer das Wunder von Fara.