Das Diözesanmuseum «San Riccardo» von Andria, an der Via Domenico de Anellis 46, mitten im historischen Zentrum, wenige Schritte von Kathedrale, Bischofspalast und Herzogspalast entfernt, sammelt und bewahrt die Werke sakraler Kunst aus dem Gebiet der Diözese.
Sehenswertes
Das Museum erstreckt sich über rund eintausendvierhundert Quadratmeter auf vier Ebenen, um ein zentrales Atrium mit umlaufenden Galerien. Das erste Obergeschoss bietet anhand von Werken sakraler Kunst einen Streifzug durch die Geschichte der Diözese von den Anfängen bis zum frühen 19. Jahrhundert: darunter die Tafeln des Erlösers und der Jungfrau von etwa 1490, der hölzerne Thron des Francesco del Balzo, die Büste des Francesco II. del Balzo von etwa 1472, eine Ikone der Madonna mit Kind aus dem 12. Jahrhundert, ein Tragaltar, genannt des heiligen Gregor, vom Ende des 12. Jahrhunderts, und der Marmorsarkophag des heiligen Riccardo. Die Abschnitte im zweiten Obergeschoss sind der geistlichen und organisatorischen Erneuerung der Diözese zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert gewidmet, dem Werk aufgeklärter Bischöfe, die den Glauben auch durch neuen Schwung im Kult des heiligen Riccardo, des Schutzpatrons von Andria, wiederbelebten: Ausgestellt sind die Elemente der Neuordnung seiner Reliquien in einer neuen Urne aus vergoldetem Holz, mit dem Silberabguss des Kopfes, der Mitra und dem Krummstab, zusammen mit Reliquiaren, liturgischen Gegenständen und Gewändern aus bestickten Stoffen.
Das Museum wurde am 20. Mai 1972 durch Dekret von Bischof Giuseppe Lanave gegründet, mit dem Ziel, die im Diözesangebiet gesammelten Werke zu bergen, zu bewahren und zu erhalten. Bischof Raffaele Calabro ordnete seine Gliederung in drei Abteilungen in den drei Zentren der Diözese an: Andria, Canosa di Puglia und Minervino Murge; die Abteilung Andria wurde im Sitz der Comunità Braccianti untergebracht, früher Palazzo Margiotta, einem Gebäude, das ab 1952 durch eine soziale Baustelle errichtet wurde, die arbeitslosen Landarbeitern Arbeit gab. Die Modernisierungsarbeiten, von Bischof Luigi Mansi gewollt, endeten im März 2019, mit Mitteln der Diözese, aus der 8-Promille-Steuer, europäischen Mitteln über die Region Apulien sowie von Privatleuten und der Gemeinde.
Der Besuch
Das Museum liegt an der Via Domenico de Anellis 46 in Andria; im Erdgeschoss befinden sich Kasse, Buchladen und ein Konferenzsaal, doch Öffnungszeiten und Eintrittspreise sind auf der offiziellen Seite (museodiocesanoandria.it) zu prüfen, da die herangezogenen Quellen sie nicht nennen.
Tipp der Redaktion
Gehen Sie ins zweite Obergeschoss zur vergoldeten Holzurne des heiligen Riccardo mit dem Silberabguss des Kopfes: Sie zeigt, wie der Kult des Schutzpatrons zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert erneuert wurde, und ergänzt den Besuch der Kathedrale, die seine sterblichen Überreste bewahrt.
