Der Name erscheint zum ersten Mal im Testament eines gewissen Rateprando, der am einunddreißigsten Januar des Jahres 800 seine Besitzungen «in finibus Paulisi» dem Kloster San Vincenzo al Volturno schenkte. Was jenes Wort bedeutet, ist umstritten. Es könnte von pau kommen, einer frühmittelalterlichen Verkürzung von pagus, also Dorf, wie bei Paupisi. Oder von palus, Sumpf, über das spätlateinische padulis, wie bei Padula und Paduli, denn das Caudinische Tal war zur Samnitenzeit noch ein nicht trockengelegtes Becken. Die zweite Lesart hat ein eigenes Argument: im Sumpf von Fucecchio in der Toskana treten zwei Flurnamen gemeinsam auf, iscla, der erhöhte Boden inmitten der Wasser, und faventia, die Zone, aus der man den Ton für Geschirr und Ziegel gräbt. Beide gibt es auch hier: der Fluss heißt Isclero, und bis ins vorige Jahrhundert war er als Fluss Faenza bekannt.
Oben, auf der Ebene von San Berardo, einer von Buchen umringten Bergwiese, stehen die Ruinen eines spätmittelalterlichen Baus, den man für eine Einsiedelei hält, und weiter unten sammelt die Quelle von San Berardo das Wasser in einem steinernen Tränketrog. Der aufrechte Stein, der als Brunnen dient, trägt drei Zeilen. Die erste ist ein Datum, 1767, das Jahr, in dem der Brunnen zum ersten Mal hergerichtet wurde. Die zweite lautet R.A.D. 1887, das Jahr einer Wiederherstellung. Die dritte ist ein Akronym, M.P.A.F., das mancher als manu propria aquae fontem liest und mit einer vierten, stark beschädigten Inschrift verbindet, die Sanctus Berardus fecit zu sagen scheint: doch sicher ist niemand. Unten im Ort reihen sich die Herrenhäuser alle an einer einzigen Achse auf, in Vierteln, die die Leute noch Fòr'e Ttùrre, Capo 'e Vascio und Capo 'e 'Copp' nennen, mit datierten Portalen, gepflasterten Höfen und steinernen Brunnen. Und die langobardische Abtei San Fortunato, die die Urkunden in oppido Paulisorum ansiedeln, liegt heute auf dem Gebiet von Arpaia.
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