Hier lag das alte Capua, das Cicero altera Roma nannte, das andere Rom, in einem Land, das die Römer felix hießen. Und hier begann 73 vor Christus der Aufstand des Spartacus. Doch nicht im kampanischen Amphitheater, dem berühmtesten Bauwerk der Stadt — an Größe nur vom Kolosseum übertroffen und vermutlich dessen Vorbild —, denn jenes ist weit jünger. Spartacus hängt am anderen, am republikanischen Amphitheater, im zweiten Jahrhundert vor Christus errichtet: Es gehört zu den ältesten Italiens und steht noch da.
Die moderne Stadt dagegen entstand aus einer Katastrophe. 841 plünderten die Sarazenen Capua; ein Teil der Bewohner floh dorthin, wo heute Capua liegt, die anderen blieben und nutzten das ganze Mittelalter hindurch das kampanische Amphitheater als Zuflucht: Sie wohnten darin. Ab dem zwölften Jahrhundert erstand der Ort neu aus drei Weilern, die um drei christliche Basiliken gewachsen waren, und daher kommt das heutige Santa Maria Capua Vetere. Das unterirdische Mithräum, mit dem Fresko des Gottes, der den Stier tötet, gehört zu den besterhaltenen der Welt; der frühchristliche Dom reiht antike Säulen aneinander. Vor den Toren der Stadt wurde am ersten Oktober 1860 die Schlacht am Volturno zwischen Bourbonen und Garibaldinern geschlagen: Der Platz, von dem aus man das Amphitheater betritt, trug jahrelang dieses Datum als Namen. Und es gibt ein Gebäude, das viermal den Beruf gewechselt hat: das Kloster San Francesco di Paola, in dem im achtzehnten Jahrhundert die Soldaten eines bourbonischen Regiments einquartiert wurden, das ein Dekret 1807 in ein Gefängnis verwandelte und das dann, als das neue Gefängnis außerhalb gebaut war, eine Universitätsfakultät wurde.