Spigno Saturnia

Provinz: Latina · Region: Latium · Einwohner: 2.903 · PLZ: 04020

Der Name kommt von zwei dornigen Pflanzen, die auf diesem Gebiet verbreitet waren, dem Weißdorn und der Schlehe, und von dem, was die Leute mit der zweiten taten: sie flochten deren Dornen in die Zäune, um sie schwerer überwindbar zu machen. Vom neunten bis zum elften Jahrhundert hieß der Ort Spinium oder Casalis Spini; im zwölften war er Castrum Spinei; im siebzehnten war daraus Spigno geworden. Dann, am sechzehnten Februar 1862, gleich nach der Einigung, fügte die Gemeinde ein zweites Wort hinzu: Saturnia, den alten dichterischen Namen Italiens, an den Gott Saturn geknüpft. Ein Ort, der nach den eigenen Hecken hieß, nahm in dem Jahr, in dem der neue Staat seine Karte ordnete, einen Namen an, der für das ganze Land stand. Bis ins sechste Jahrhundert lag die Siedlung anderswo, an einem Ort namens Santo Stefano, wo vielleicht die alte auruncische Stadt Ausona stand; die Burg, die man heute sieht, errichteten die Normannen am Ende des elften Jahrhunderts.

Im Jahr 1438 übertrug Alfons von Aragón, eingedenk der während der Belagerung von Gaeta gegebenen Versprechen, die Regierung von Spigno an Onorato Caetani, den das Volk wohlwollend den kleinen König nannte: er erließ zugunsten der Untertanen Vorrechte und Verfügungen, gesammelt in einer Art Statut, dem ältesten, von dem man hier weiß, das die Beachtung der alten Gewohnheiten sicherte, die Einkünfte für den Fiskus festlegte, Steuererleichterungen gewährte, die Grenzen wiederherstellte und bestimmte, wie das Lehen zu verwalten sei. Als 1806 die Feudalordnung aufgehoben wurde, wurde aus der Universitas eine Gemeinde, und an die Stelle der alten Richter traten ein Bürgermeister und seine Räte; und doch, vermerkt die Quelle, änderte sich im gesellschaftlichen Leben des Orts jahrzehntelang nichts Wesentliches: Analphabetismus und Vorrechte blieben, und die von der französischen Revolution verkündeten Rechte blieben unerreichbar. Im Jahr 1911 erhob sich die Bevölkerung gegen die örtliche herrschende Schicht. Im Krieg wurde Spigno in den Kämpfen an der Gustav-Linie zwischen Herbst 1943 und Frühjahr 1944 fast vollständig zerstört; danach beschloss man, einen neuen Ort zu bauen, Spigno Nuovo, in der Ebene unterhalb des alten.

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