1584 stieg der Apostolische Visitator Angelo Peruzzi nach Ponzano Superiore hinauf und hielt fest, was er sah: ein Kirchenschiff unter einem einzigen Gewölbe, fünf Seitenaltäre und den Hochaltar. Das ist die älteste ausführliche Beschreibung der Pieve San Michele Arcangelo, die bereits im 13. Jahrhundert urkundlich als Filiale der Pieve Santo Stefano di Cerreto unten im Tal erscheint und 1528 vom Bischof von Nebbio geweiht wurde, einer alten Diözese auf Korsika.
Sehenswertes
Das 18. Jahrhundert baute die Kirche fast vollständig neu. Entscheidend ist das Jahr 1723: Die Markgrafen Remedi stifteten das Baumaterial und bezahlten die Arbeitskräfte, und aus dieser Baustelle ging die Kirche in ihrer heutigen Gestalt hervor. 1767 wurde sie zur Erzpriesterkirche erhoben, die Anerkennung einer Rolle, die inzwischen von der Mutterkirche im Tal unabhängig war. 1798 dann, unter napoleonischer Herrschaft, nahmen die Franzosen ihr Gold und Silber ab: Geräte und Dekor verschwanden, der Bau blieb.
Im Inneren hängen Gemälde, die bis heute weder zugeschrieben noch katalogisiert sind: Man sieht sie ohne Schild und ohne Namen darunter, was einiges darüber sagt, wie wenig diese Kirche erforscht ist. Dazu kommt die Orgel von 1825, ein Werk von Filippo Tronci, die die Pfarrei bewahrt. Sonst zählt das Maß des Baus: der eine Saal, den man im 16. Jahrhundert beschrieb, die Altäre an den Längsseiten, der Hochaltar am Ende.
Der Besuch
Die Kirche steht in der Via San Michele im oberen Teil von Ponzano Superiore, einem der Hügeldörfer von Santo Stefano di Magra: Von der Ebene des Magra fährt man wenige Minuten bergauf, sollte den Wagen aber am Ortsrand stehen lassen, denn drinnen sind die Gassen eng und steil. Sie ist aktive Pfarrkirche im Vikariat Sarzana der Diözese La Spezia-Sarzana-Brugnato und lebt wie jede Dorfpfarrei nach den Gottesdienstzeiten: außerhalb der Messe kann sie verschlossen sein, eine Aufsicht gibt es nicht.
Tipp der Redaktion
Wir empfehlen, sie mit der Pieve Santo Stefano an der Piazza Chiesa im Hauptort zu verbinden: Das war die Mutterkirche, von der San Michele abhing, und wer beide im Abstand einer halben Stunde sieht, begreift eine Rangordnung, die auf dem Papier abstrakt bleibt. Und wenn die Tür offen ist, bleiben Sie vor den nicht zugeschriebenen Gemälden stehen: Selten kann man alte Bilder betrachten, ohne dass ein Schild schon entschieden hat, was davon zu halten ist.
