Am 10. Juli 1647 kam ein Junge aus Ponzano Superiore, Giovanni Battistini, ins Dorf zurück und erzählte, er habe auf der Anhöhe der Castiglioni die Muttergottes mit dem Kind gesehen. Er überzeugte die Familie, den Pfarrer, die Nachbarn; schon in den Tagen darauf war von Heilungen die Rede, und die Anhöhe wurde zum Wallfahrtsziel. Am 9. Dezember desselben Jahres unterzeichnete Francesco Agnini, Bischof von Luni-Sarzana und Brugnato, das Dekret, das den Ort zur Pfarrkirche erhob, geweiht dem Apostel Bartholomäus. Im Dorf heißt sie trotzdem bis heute Madonnetta.
Sehenswertes
Der Bau erzählt sein Wachstum durch Anbauten. Den Grundstein segnete der Bischof am 24. August 1648; 1654 wurde das Eingangsschiff verbreitert und die Kuppel hinzugefügt, und im selben Jahr legte man fest, der Erscheinung am vierten Julisonntag zu gedenken, ein Termin, den die Gemeinde bis heute hält. 1670 kam der Chorraum dazu. Drei Bauphasen in gut zwanzig Jahren: Das heutige Heiligtum ist die Summe dieser drei Entscheidungen.
Das Stück, für das sich der Weg lohnt, ist eine Madonna mit Kind von Domenico Beccafumi, im Inneren ausgestellt: ein großer sienesischer Name des 16. Jahrhunderts in einer Dorfkirche der Lunigiana, eine jener Fügungen, die das kleine italienische Kulturerbe interessant machen. Noch vor dem Eintreten trägt der Bildstock an der Staatsstraße della Cisa, an der Abzweigung zum Heiligtum, eine Inschrift, die den Ort denen ankündigt, die unten durch das Tal fahren.
Der Besuch
Das Heiligtum liegt an der Piazza Chiesa im Ortsteil Ponzano Magra, am Hang zum Tal hin: Von der Staatsstraße della Cisa nimmt man die vom Bildstock markierte Abzweigung und fährt hinauf. Es ist Sitz der Pfarrei San Bartolomeo apostolo im Vikariat Sarzana der Diözese La Spezia-Sarzana-Brugnato, eine benutzte Kirche und kein Museum: Die Öffnungszeiten richten sich nach den Gottesdiensten, und der vollste Tag des Jahres bleibt der vierte Julisonntag.
Tipp der Redaktion
Wer das Datum wählen kann, wählt den vierten Julisonntag: Es ist das 1654 festgelegte Fest und noch immer der Moment, in dem sich der Ortsteil in diesem Bau wiedererkennt. Sonst lohnt ein Termin der Corale San Bartolomeo, des 1976 gegründeten Pfarrchors, der sein liturgisches Repertoire um Gospel und Spirituals erweitert hat: die Madonnetta voller Stimmen zu hören ist mehr wert als jede Besichtigung einer leeren Kirche.
