⛪ Kirchen und Heiligtümer

Chiesa di Santa Maria Maddalena

📍 Albisola Superiore, Ligurien · 51/100

Neben der genutzten Kirche steht eine zweite ohne Dach: die Umfassungsmauern fast vollständig, ein lateinisches Kreuz als Grundriss, winzige Maße. In der kleinen Apsiswölbung sind noch Farbspuren zu erkennen, ein Christus vor einem Sternenhimmel. Das ist die ursprüngliche Santa Maria Maddalena von Ellera, einem Ortsteil von Albisola Superiore, auf einem Felsen über dem Tal des Sansobbia. Die Gegend heißt „dell'Eremita“, nach dem Einsiedler: Ein alter Spruch erinnert an einen Brunnen ganz in der Nähe, und der Legende nach gründete ein Einsiedler die Kirche — derselbe, der als Erster den Olivenanbau in dieses Tal gebracht haben soll.

Sehenswertes

Der heute genutzte Bau stammt von 1590 und steht neben der Ruine, nicht an ihrer Stelle: ein einziges Schiff unter einem Tonnengewölbe und ein Glockenturm mit Keramikziegeln, ein Material, das in Albisola nie nebensächlich ist. Die Sanierung von 1965 brachte die Anlage wieder in Ordnung; im Inneren steht eine Holzfigur der heiligen Maria Magdalena.

Der ältere Bau geht wohl auf Mönche der Abtei San Salvatore di Giusvalla zurück. Im zehnten Jahrhundert erscheint der Ort unter den Besitzungen der Abtei San Quintino di Spigno Monferrato in der Provinz Alessandria, die nach der Zerstörung von Giusvalla gegründet wurde; manche Studien datieren auch die erste Kirche in die zweite Hälfte des zehnten Jahrhunderts, die älteste urkundliche Erwähnung ist dagegen eine Urkunde von 1179. Die beiden Bauten nebeneinander stehen damit für fast tausend Jahre Nutzung desselben Felssporns.

Der Besuch

Ellera erreicht man, indem man von Albisola Superiore aus das Sansobbia-Tal hinauffährt; die Kirche liegt in der Via della Maddalena außerhalb der Ortslage, und Platz zum Parken gibt es nur am Straßenrand. Die Ruine lässt sich von außen und aus der Nähe betrachten, für das Innere der Kirche aus dem sechzehnten Jahrhundert hält man sich besser an die Gottesdienstzeiten oder fragt in der Pfarrei nach. Eine halbe Stunde reicht, wenn man nicht länger ins Tal schaut.

Tipp der Redaktion

Wir empfehlen den späten Nachmittag: Das Licht fällt flach in die offene Apsis, und die Spuren des Sternenhimmels sind dann viel besser zu lesen als mittags. Danach lohnt ein kurzer Gang über die Oliventerrassen unterhalb der Kirche: Wenn an der Einsiedlergeschichte etwas dran ist, hat sich der Baum von hier aus im Tal verbreitet.

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Chiesa di Santa Maria Maddalena

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