🏰 Burgen und Schlösser

castello di Stella

📍 Stella, Ligurien · 47/100

Am 5. Oktober 1244 übernachtete hier Papst Innozenz IV. auf dem Weg zum Konzil von Lyon. Ein großer Teil seines Gefolges musste bis Varazze weiterziehen, um unterzukommen — deutlicher lässt sich kaum sagen, wie klein die Burg von Stella war: Die Besatzung zählte in der Regel kaum zehn Mann. Die Anfänge bleiben unklar; der belegte Wiederaufbau gehört in die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts, doch Fundstücke vom Gelände ließen an einen byzantinischen Stützpunkt schon im 6. Jahrhundert denken. Endgültig aufgegeben wurde die Anlage in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Sehenswertes

Erhalten ist wenig, und man muss es suchen. Das größte Stück ist ein Turm auf quadratischem Grundriss, auf den ein zylindrischer Turm aufgesetzt ist, dazu Fetzen des inneren Mauerrings, der fünfeckig gewesen sein dürfte; innerhalb des Perimeters lassen sich die Fundamente von mindestens zwei rechteckigen Gebäuden erkennen. Das meiste Sichtbare stammt aus den Wiederaufbauten nach den Zerstörungen von 1272 und 1310, als sich Savoneser und Genueser den Hügel abwechselnd nahmen.

Die beiden äußeren Ringe sind im Dorf aufgegangen: Spuren könnten in den Stützmauern des Friedhofs und des Plätzchens vor dem alten Oratorium San Sebastiano stecken, einst Pfarrkirche und ursprünglich vielleicht Kapelle der Burgherren. An der Nordseite, hinter dem Friedhof, öffnet sich ein Stollen, der wenige Meter unter die Mauern des Kernbaus führt; die örtliche Überlieferung macht ihn zum Teil eines Gangs zum Turm von Mezzano, der vom gegenüberliegenden Hang das Riobasco-Tal und den Saumpfad aus Albisola überwachte.

Der Besuch

Der Hügel erhebt sich unmittelbar über dem historischen Kern von San Giovanni, dem Hauptort von Stella; man geht vom Dorf aus die Friedhofsstraße hinauf. Die Mauer daneben war wahrscheinlich eine weit höhere Wehrmauer, die Burg und Siedlung verband. Es gibt weder Kasse noch angelegten Weg, und größere Grabungen hat es hier nie gegeben; in den fünfziger Jahren wurde die Kuppe von zwei Wasserbehältern des Aquädukts besetzt, die teils in unterirdische Räume der Burg eingetieft sein sollen. Festes Schuhwerk und Vorsicht zwischen den Ruinen.

Tipp der Redaktion

Steigen Sie hinauf und denken Sie an die Geographie, nicht an die Steine: Die Kuppe liegt zwischen dem Riobasco- und dem Sansobbia-Tal, und die Burg bildete mit dem Castellaro von Albisola Superiore ein einziges System. Von oben versteht man, warum die Kapitulation des Burgvogts Sigismondo Pedebove, genannt Simone della Stella, am 28. April 1227 auch Albisola zu Fall brachte und warum Stella von da an in den Einflussbereich Genuas rückte. Wer es genauer wissen will, greift zu Riccardo Mussos Storia di Stella von 2004.

Stella entdecken

Die ganze Gemeinde: Guide, Orte, Küche und Veranstaltungen.