Das Hauptstück steht in einer Vitrine: seltene Fossilien von Anthracotherium, einem schweineartigen Paarhufer, der zwischen Eozän und Oligozän, also vor 50 bis 23 Millionen Jahren, in den Sümpfen und Flussmündungen dieses Teils Liguriens lebte; er war rund 2 Meter lang und anderthalb Meter hoch. Der Palazzo Gervino im Ortskern von Sassello beherbergt seit 2008 das Besucherzentrum des Regionalen Naturparks Beigua, das ganz der Geologie und der Geomorphologie des Gebiets gewidmet ist; eröffnet wurde es am 5. Juli jenes Jahres, finanziert von der Region Ligurien mit 190.000 Euro.
Sehenswertes
Der Rundgang ist multimedial und führt von Raum zu Raum: ein Saal über die Geoparks der Welt und über die internationalen Netzwerke, denen der Beigua angehört, das europäische, dem er 2005 beitrat, und das von der UNESCO getragene globale, das ihn 2015 als Global Geopark anerkannte; dann ein Schwerpunkt zum Gebiet des Beigua und schließlich die Abteilung zum Oligozän, die den tropischen Wald, das warme Meer und die Korallen rekonstruiert, die dort standen, wo heute die Wälder von Sassello wachsen.
Die paläontologischen Vitrinen stammen aus zwei nahen Fundstellen: Maddalena-Ponte Prina auf dem Gemeindegebiet und Santa Giustina auf dem von Stella. Sie dokumentieren die geologische Entwicklung der Gegend am deutlichsten, und sie hier erklärt zu sehen, wenige Kilometer von der Grabungsstelle entfernt, verändert den Blick auf die Landschaft, sobald man wieder draußen steht.
Der Besuch
Der Palazzo Gervino liegt in der Via G.B. Badano 45 im Ortskern. Das Zentrum dient zugleich als Informations- und Empfangsbüro des Parks und verkauft Wanderkarten und Informationsmaterial. Geöffnet wird saisonal, vor allem zwischen Juli und September und meist an den Wochenenden: Ein Anruf vorab lohnt sich. Der Eintritt kostet 2 Euro für Erwachsene und ist frei für Kinder bis 12 Jahre, für Schulklassen und für Einwohner von Sassello.
Tipp der Redaktion
Bleiben Sie vor dem Hinausgehen bei der Abteilung zum Oligozän, denn dort findet die heutige Landschaft ihre Erklärung: Wenn Sie danach zum Beigua hinaufsteigen oder auch nur dem Erro folgen, erkennen Sie im Gestein wieder, was Sie eben rekonstruiert gesehen haben. Verbinden Sie den Besuch mit dem Museo Perrando im Ortskern: hier Geologie, dort Gemälde und Keramik, und das Dorf erklärt sich an einem Nachmittag fast von selbst.
