Die Häuser des Weilers sind in der Burg gewachsen: Die Gebäude, in denen einst Besatzung und Vorräte untergebracht waren, wurden nach und nach erweitert und zu Privatwohnungen umgebaut, und so ist Bastia Sottana zugleich Festung und Ortsteil. Die Anlage entstand um 1450 unter Filippo Doria auf einem Hügel über dem Ortskern von Sassello, nachdem die ältere Burg Bastia Soprana und der ursprüngliche Siedlungskern zerstört worden waren. Der neue Ort wuchs am Fuß der Mauern und kehrte nie an seinen alten Platz zurück: Die Form, die Sassello bis heute hat, geht auf diesen Umzug zurück.
Sehenswertes
Erhalten sind unterirdische Räume und große Abschnitte der Ringmauer, geschichtet zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert und zwischen 2008 und 2010 durch Sanierungsarbeiten gesichert. Das Mauerwerk stammt nicht aus einer einzigen Epoche: Spätere Ausbesserungen sind gut ablesbar, denn 1612 wurde die Republik Genua Eigentümerin von Sassello, und die Festung geriet mitten in die Kämpfe mit Savoyen von 1672 und noch einmal 1747, als der Ort besetzt und niedergebrannt wurde.
Am besten erhalten ist die Kapelle der Markgrafen, heute Sant'Antonio abate geweiht: einst innerhalb der Burgmauern gelegen, im Lauf der Jahrhunderte verkleinert und umgebaut, bewahrt sie ein Gemälde der Madonna mit Heiligen von Giovanni Battista Carlone. Auf der anderen Seite des Ortes, auf einer Anhöhe im Osten, stehen die Reste des Turms „Saracena“, alles, was von Bastia Soprana geblieben ist — jener Burg, die Branca Doria errichten ließ, den Dante ins Inferno gesetzt hat, und die Genua dem Erdboden gleichmachte.
Der Besuch
Vom Ortskern von Sassello führt ein kurzer Aufstieg von wenigen Minuten hinauf: Der Weiler liegt unmittelbar über dem Dorf. Man sollte wissen, dass die meisten Gebäude bewohnt sind; man bewegt sich also mit Zurückhaltung durch Gassen und private Durchgänge. Zu sehen sind Mauern, Bögen und kleine Plätze, keine begehbaren Innenräume. Die Kapelle öffnet zu den Gottesdiensten.
Tipp der Redaktion
Kommen Sie am späten Nachmittag, wenn das flache Licht die Steinlagen heraushebt: Dann sieht man auf einen Blick, wo die Mauer des 15. Jahrhunderts endet und die Flickstellen des 17. beginnen. Steigen Sie danach über die mittelalterliche Brücke bei der Kirche San Rocco ins Dorf hinab; von unten wird deutlich, wie stark der Hügel den Ort beherrscht — genau deshalb haben die Doria ihn gewählt.
