Das Sonderschutzgebiet ist der Wald, auf dem der Sacro Monte steht; als Schutzgebiet geht es auf das Regionalgesetz Nr. 12 vom 22. März 1990 zurück. Ein Naturpark im üblichen Sinn ist es nicht: 33 Prozent des Bodens gehören der Gemeinde Varallo, 26 Prozent gemeinnützigen Körperschaften, 41 Prozent Privatleuten, und die Grenze folgt dem Felsen, der sich über dem Ort erhebt. Vom Zentrum steigt man über die Fahrstraße hinauf, über den Fußweg, der an der nach Gaudenzio Ferrari benannten Piazza beginnt, oder mit der Standseilbahn.
Sehenswertes
Der Wald, den man beim Aufstieg durchquert, ist nicht der von jeher: Das Gelände der Reserve hat sich im Lauf der Zeit tiefgreifend verändert und war zeitweise halb verwahrlost, deshalb wurde an der Wiederherstellung der Walddecke gearbeitet, vor allem an der blühenden Komponente, mit über vierhundert behandelten Arten, um dem Ganzen wieder das Aussehen eines Renaissancegartens zu geben. Zwischen den Bäumen erkennt man Buche, Buchsbaum, Eibe, Stechpalme und Feldulme. Die Vogelwelt ist die übliche des Gebirges, doch der starke menschliche Druck macht sie weniger bemerkenswert, als ein bewaldeter Hang hoffen ließe.
Der Besuch
Die Verwaltung wechselte mehrfach: zuerst an die zivile Verwaltung des heiligen Ortes durch das Regionalgesetz Nr. 30 vom 28. April 1980, dann an die Gemeinde Varallo durch das Gesetz Nr. 18 vom 12. September 1985 und schließlich an die öffentlich-rechtliche Körperschaft, die den Namen der Reserve trägt. Auf kirchlicher Seite überträgt eine am 10. April 1989 zwischen der Gemeinde und der bischöflichen Verwaltung von Novara geschlossene Vereinbarung die geistliche Leitung den Oblatenpatres. Der Sitz liegt an der Piazza della Basilica, in der Casa Valgrana; Informationsbüro, Rangerbüro, Tagungssaal, ein kleines Gästehaus, eine Bibliothek und ein Herbarium befinden sich dagegen im Servicezentrum Casa d'Adda, dort wo die Fahrstraße ankommt. Die kostenpflichtigen Führungen bucht man im Tourismusbüro von Varallo; sie werden vom Verband der Naturführer des Valsesia geleitet.
Tipp der Redaktion
Wer Zeit hat, steigt von der Piazza Gaudenzio Ferrari zu Fuß hinauf und hebt sich die Standseilbahn für den Rückweg auf: nur so begreift man, dass Reserve und Wallfahrtsort dasselbe sind. Die Kapellen tauchen einzeln zwischen den Stämmen auf, und der Wald dazwischen ist keine Kulisse, sondern Teil des Entwurfs, genau das, was die Arbeit an der Walddecke zurückgewinnen wollte, den Renaissancegarten vor Augen. Wer mit einer Schulklasse oder einem Verein kommt, kann nach dem didaktischen Programm fragen: Die Reserve bietet Filmvorführungen und Stunden zu Ökologie, Naturkunde und Geschichte an und hält überdachte und offene Rastplätze bereit.
