Die Kirche Santa Maria del Monte Carmelo, Carmine genannt, bildet mit dem ehemaligen Karmeliterkloster einen Baukomplex zwischen dem Corso Vittorio Emanuele und der Via Galatea, am Rand der Altstadt von Acireale. Das Kloster, 1502 bei einer kleinen Kirche San Francesco an der Straße nach Catania gegründet, ist das älteste Ordenshaus der Stadt. Die erste Kirche bestand bereits 1554, und das Ende des 16. Jahrhunderts geschlossene Kloster wurde 1621 wieder eröffnet.
Sehenswertes
Das Erdbeben von 1693 ließ Teile der Gebäude einstürzen, und beim Wiederaufbau wurde die Kirche vergrößert; das Beben von 1818 verursachte weitere Schäden. Die 1786 vollendete Barockfassade steigt in drei immer kleineren Geschossen auf und spielt mit dem Wechsel von weißem Stein aus Syrakus und Lavastein: Im ersten trägt ein Paar Säulen aus hellem Stein den Architrav über dem Eingang, im zweiten rahmen zwei Lavasäulen die Uhr in der Mitte der Fassade, im dritten tragen vier kleine Lavasäulen die Glockenstube. Große Steinvasen schmücken die Strebepfeiler.
Das Innere ist einschiffig, mit drei Arkaden je Seite und reichem Stuckschmuck, dazu Glasfenster mit dem heiligen Sebastian und der heiligen Venera, den Stadtpatronen. Die Bilder der ersten Altäre stammen von Alessandro Vasta: die Jungfrau mit der heiligen Teresa von Ávila und der heiligen Maria Magdalena de' Pazzi, die Heiligen Albert von Messina und Angelus von Licata, Schutzheilige der sizilianischen Ordensprovinzen, die Madonna, die dem heiligen Simon Stock das Skapulier reicht, und die Vision des Propheten Elia. Dazu kommen eine Darbringung Jesu im Tempel aus der Leonardo-Schule und im Presbyterium, zwischen gedrehten Säulen, die Statue der Madonna del Carmelo aus dem 18. Jahrhundert in einem vergoldeten Holzgehäuse.
Der Besuch
Die Kirche ist seit 1928 Pfarrkirche. Öffnungs- und Gottesdienstzeiten sind bei der Pfarrei zu erfragen.
Tipp der Redaktion
Neben dem linken Durchgang hängt die Nachbildung des Grabsteins von Petra Castagna, einer Nichte von Papst Urban VII., die 1554 starb und hier begraben wurde: Ihr verdankt man das Wissen, dass die erste Kirche damals schon bestand.



