Schutzpatron von Biancavilla ist der heilige Placidus, gefeiert am 5. und 6. Oktober. Sein Kult verbreitete sich im Ort im 17. Jahrhundert, als die Reliquien des Heiligen, dessen Verehrung sich nach dem Fund zahlreicher Märtyrerreste in Messina in ganz Sizilien ausgebreitet hatte, in die Hauptkirche des Ortes gelangten. Der heilige Placidus wurde am 23. September 1709 vom Bischof von Catania, Monsignore Andrea Riggio, zum Patron und Beschützer des Landes Biancavilla erklärt, „weil sie dem grausamen Gemetzel entkommen waren“ des Erdbebens vom Januar 1693, das Catania und ganz Ostsizilien zerstörte, und damit der Ort künftig nicht vom selben Schicksal getroffen würde.
Das Patronat des heiligen Placidus tritt neben die älteren, die der Ort seit seiner Gründung der Madonna dell'Elemosina und dem heiligen Zeno, einem Märtyrer aus Arabien, verehrt am 14. Februar und 2. Oktober, vorbehalten hat. Biancavilla wurde 1488 von einer Gruppe griechisch-katholischer albanischer Flüchtlinge gegründet, die aus dem Balkan kamen und von Cesare Masi angeführt wurden, welche die licentia populandi von Graf Giovanni Tommaso Moncada erhielten: Sie brachten die byzantinische Ikone der Muttergottes der Elemosina mit, die noch heute in der ihr geweihten Stiftsbasilika verehrt wird, sowie ein silbernes Reliquiar mit einer Reliquie des heiligen Zeno. Die Basilika, deren vom Mailänder Architekten Carlo Sada entworfener Glockenturm der höchste der Provinz Catania ist, ist jeden Karsamstag Ziel eines feierlichen Osterritus: Beim Mitternachtsschlag zieht die Statue des auferstandenen Christus durch das Hauptportal ein.