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🖼️ Museen

Musei civici Luigi Sturzo

📍 Caltagirone, Sizilien · 47/100

1914 gründete Don Luigi Sturzo, damals Bürgermeister von Caltagirone, das Stadtmuseum, das heute seinen Namen trägt. Der Ort ist alles andere als beliebig: das ehemalige bourbonische Gefängnis, ein Bau, den der Stadtrat »nach Art einer Burg« errichten ließ, zur Erinnerung an die Burg, die das Erdbeben im Val di Noto 1693 dem Erdboden gleichmachte. Den Entwurf übernahm Natale Bonaiuto aus Syrakus.

Sehenswertes

Die Fassade gibt den Ton vor: eine Kolossalordnung ionischer Pilaster auf hohem Sockel trägt ein weit vorspringendes Gesims, die Fenster beider Geschosse sind von geschwungenen Giebeln und rustizierten Rahmen mit Voluten gefasst. In der Mitte prangt das große Stadtwappen. Im Inneren teilen sich die Sammlungen in drei Abteilungen. Die archäologische Abteilung versammelt neolithische Funde von den Fundplätzen Sant'Ippolito und Pille, Grabbeigaben der Bronze- und Eisenzeit aus der Nekropole der Montagna – darunter Tholos-Gräber, die in Sizilien den griechisch-mykenischen Vorbildern am nächsten kommen – und Material aus dem sikulisch-griechischen Zentrum Monte San Mauro. Die Pinakothek zeigt Gemälde vor allem sizilianischer Maler vom 16. bis ins 20. Jahrhundert: heraus sticht die Bekehrung des heiligen Paulus von Pietro D'Asaro, genannt der »Einäugige von Racalmuto«, daneben eine Tafel des heiligen Antonius von Padua aus dem 16. Jahrhundert und der umfangreiche Bestand der Familie Vaccaro, die in Caltagirone den Übergang vom Klassizismus zur Romantik markierte. In der historischen Abteilung wird das Prozessionsgestell des heiligen Jakobus verwahrt, ein Werk des 16. Jahrhunderts aus vergoldetem und versilbertem Holz von dem Neapolitaner Scipione di Guido.

Der Besuch

Zusammengetragen wurden die Sammlungen vom Naturforscher und Archäologen Emanuele Taranto Rosso; schon 1843 waren sie im Jesuitenkolleg als »Kabinett für Naturgeschichte und Archäologie« öffentlich zugänglich. Heute führt der Hauptrundgang durch die Säle des ehemaligen Gefängnisses: im Erdgeschoss liest man noch die großen Gefangenenräume mit Ketten und Eisengittern, unter dem Dach haben sich die Isolierzellen erhalten. Damit ist es mit den Stadtmuseen nicht getan: die naturkundliche Dauerausstellung ist im ehemaligen Kloster San Gregorio untergebracht, die Städtische Galerie für moderne und zeitgenössische Kunst im Gebäude des alten Frauenkrankenhauses.

Tipp der Redaktion

Wer wenig Zeit hat, bleibt meist in der Pinakothek hängen, doch die archäologische Abteilung ist die, die vom Umland erzählt: die Tholos-Gräber aus der Nekropole der Montagna sind den Umweg allein schon wert. Bevor du gehst, schau zur Fassade hinauf und such das Stadtwappen ganz oben – es ist die Signatur eines Hauses, das als Gefängnis begann und zum Hüter der Erinnerung Caltagirones wurde.

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