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🖼️ Museen

Museo Fra Giammaria da Tusa

📍 Cefalù, Sizilien · 59/100

In den umgebauten alten Stallungen des Klosters neben der Wallfahrtskirche von Gibilmanna, einem Ortsteil von Cefalù, bewahrt das Museo Fra Giammaria da Tusa das historische, künstlerische und materielle Gedächtnis der franziskanisch-kapuzinischen Gemeinschaft. Die Sammlung zeigt dir, wie selbstständig und wie fromm die Brüder lebten: liturgische Geräte, sakrale Kunst, alte Bücher und Arbeitsgerät aus dem Alltag und der Landwirtschaft der Madonie.

Sehenswertes

Der Rundgang verteilt sich auf zehn Säle, die jeweils nach einer Schlüsselfigur der Kloster- und Ordensgeschichte benannt sind: vom heiligen Franziskus und von Gregor dem Großen bis zu Brüdern aus der Gegend wie Pater Sebastiano da Gratteri, der das Kapuzinerkloster 1504 gründete, und den Brüdern Urbano und Sigismondo da Pollina, denen der Bau der Kirche zu verdanken ist. Unter den Kunstwerken fällt eine Marmorpietà des aus Cefalù stammenden Jacopo del Duca (1522-1604) auf, dazu zwei farbig gefasste Holzskulpturen des 17. Jahrhunderts mit Maria und dem heiligen Josef in Anbetung sowie das Gemälde Die Vision des Bruders Felice da Cantalice von Ludovico Suriek. Das Museum bewahrt außerdem Wachsarbeiten des späten 18. Jahrhunderts, wie sie für das Val Demone typisch sind, geschnitzte Holzleuchter und eine seltene Orgel des 17. Jahrhunderts mit Pfeifen aus Schilfrohr.

In den Vitrinen liegen bestickte liturgische Gewänder vom 17. bis zum 19. Jahrhundert, vollständige Ausstattungen für die Einkleidung des Priesters und Altargerät aus getriebenem Silber sizilianischer Werkstätten: Kelche, Monstranzen, Patenen und Weihrauchfässer. Die ethno-anthropologische Abteilung erzählt vom Handwerk und von der Landwirtschaft der Gegend. Zu sehen sind die nachgebaute Werkstatt eines Schmieds, ein geschnitzter und bemalter sizilianischer Karren, Druckpressen, das Eisen für die Hostien und Werkzeug aus alter Zeit. Besonders interessant sind die Geräte für die Ernte der Manna aus der Esche, darunter der mannaruolu, der archettu und die rràsula, und daneben das Gerät fürs Brotbacken, für den Weinbau und fürs Spinnen.

An das Museum grenzt die Bibliothek mit Archiv fra' Gesualdo da Bronte: Dort liegen Inkunabeln, die Erstausgabe von De Rebus Siculis von Tommaso Fazello aus dem Jahr 1558, Bände des 17. und 18. Jahrhunderts und Archivalien, die die Geschichte der Wallfahrtskirche und der Diözese Cefalù vom 16. Jahrhundert bis heute nachzeichnen.

Tipp der Redaktion

Nimm dir in den ethno-anthropologischen Sälen Zeit für das traditionelle Gerät, mit dem die Brüder die Manna gewannen, und gleich daneben für die seltene Orgel des 17. Jahrhunderts mit ihren Pfeifen aus Schilfrohr.

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