Falzes

Provinz: Bozen — Südtirol · Region: Trentino-Südtirol · Einwohner: 2.668 · PLZ: 39030

Das Wappen der Gemeinde ist jenes der Plazoll zu Assling, im Mittelalter Herren von Pfalzen, die die Burg Sichelburg erbauen ließen — und Sichel heißt eben Sichel: so trägt der Schild, gespalten von Silber und Rot, auf jeder Seite eine Sichel, jede in der Farbe, die dem eigenen Feld entgegengesetzt ist. Der Name des Ortes dagegen ist weit älter und hat mit Sicheln nichts zu tun: er ginge auf das spätlateinische Palantium zurück, den Sitz eines Fürsten, auch eines geistlichen, das seinerseits vorlateinischen Ursprungs ist. Eine Urkunde von 1050 gibt ihn in den Formen Phalanza, Pfalenz, Phalenze, und um das dreizehnte Jahrhundert setzt er sich als Phaltzen fest. Die italienische Form, Falzes, nimmt nicht den deutschen Namen auf, sondern den ladinischen.

Der Ortsteil Grimaldo — Greinwalden auf Deutsch — wurde im frühen Mittelalter von einem bajuwarischen Adligen namens Grimoald gegründet und trägt noch dessen Namen. Der Ort kam dann als Lehen an die Herren von Pfalzen, Ministerialen des Bischofs von Brixen, und danach an die Grafen von Tirol, dann an die von Görz und schließlich an die Habsburger. Von den beiden Burgen hat Sichelburg das Wappen gegeben, und Schloss Schöneck, aus dem zwölften Jahrhundert, hat vielleicht anderes gegeben: es ist einer der beiden Orte, die die Geburt Oswalds von Wolkenstein beanspruchen, des großen Dichters und Komponisten des Spätmittelalters — der andere liegt in Gröden, und die Frage ist nicht entschieden. Die Kirche St. Valentin ist aus dem fünfzehnten Jahrhundert und bewahrt Fresken und eine hölzerne Statue des Heiligen aus derselben Zeit wie der Bau. Hier spricht man fast nur Deutsch; und aus Pfalzen stammt Luis Durnwalder, der Südtirol fünfundzwanzig Jahre lang führte.

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