Die Maria-Trost-Kirche steht in Meran, im Stadtteil Untermais, und ist wahrscheinlich die älteste der Stadt. Die romanischen Ursprünge sind gesichert, zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert, doch wahrscheinlich ging sie aus dem Umbau eines Kirchleins des 8. Jahrhunderts hervor. Das erste Dokument ist viel später: 1273 schenkte Meinhard II. sie mit anderen Gütern dem Stift Stams. Ein Arm des Naifbachs, der damals noch nicht in sein heutiges Bett gefasst war, beschädigte sie mehrmals, und die Kirche wurde umgebaut: Im 15. Jahrhundert wurde die Apsis in gotischen Formen neu gebaut, 1624 das Dach des Schiffs erhöht und mit einem Tonnengewölbe versehen, im 18. Jahrhundert entstand die Orgelempore, 1824 die Vorhalle, und 1889 wurde die barocke Turmspitze durch die heutige achteckige ersetzt.
Sehenswertes
Im Inneren, an der Nordwand, befinden sich romanische Fresken des 12. Jahrhunderts, die 1967 bei einer Restaurierung entdeckt wurden. Sie stammen wahrscheinlich von einem venetischen Künstler und zeigen byzantinische Einflüsse: Sie erzählen Geschichten aus dem Marienleben, darunter eine seltene Dormitio Mariae, den Tod der Jungfrau. Aus dem 14. Jahrhundert ist dagegen das Fresko der Geburt Jesu, während das Gewölbe eine barocke Himmelfahrt Mariens von J. A. Puellacher trägt.
Außen gibt es einen Zyklus des 14. Jahrhunderts mit deutlichen Einflüssen Giottos. Oben fünf Heilige, mit dem heiligen Sigismund in der Mitte, Katharina und Dorothea rechts, Antonius Abt und Leonhard links; in der Mitte ein Erzengel Michael; rechts eine Kreuzigung; links der heilige Nikolaus, Patron der Stadt, und der heilige Erasmus.
Der Besuch
Die Außenfresken sieht man, ohne hineinzugehen. Für das Innere sind Öffnungs- und Messzeiten bei der Pfarrei zu erfragen.
Tipp der Redaktion
Unten an der Außenwand gab es auch einen Triumph des Todes. Davon ist wenig geblieben: Zerstört haben ihn die Grabsteine des Friedhofs, der die Kirche einst umgab.


