San Martino in Passiria

Provinz: Bozen — Südtirol · Region: Trentino-Südtirol · Einwohner: 3.136 · PLZ: 39010

Das Wappen dieses Ortes sagt zwei Dinge über die Leute, die hier gelebt haben: da ist eine Hellebarde, die für die einst den freien Bauern gewährten Vorrechte steht, und da ist ein Rad, für die handwerkliche Überlieferung und den Fleiß des Dorfes. Freie Bauern mit Vorrechten sind in einem Tal von Höfen keine Kleinigkeit, und die Hellebarde ist ihre Quittung. Der Name ist als Passyr 1078 bezeugt, als S. Martini 1148, als Sand Martein 1340 und S. Martin 1341: zuerst das Tal, dann der Heilige. St. Martin ist heute der faktische Hauptort des Passeiertals, und jeder seiner Ortsteile trägt zwei Namen, den deutschen und den italienischen — Saltaus und Saltusio, Ried und Novale, Flon und Vallone, Matatz und Montaccio.

In Saltaus liegt eine der Sperren des Alpenwalls, jener in Südtirol gebauten Befestigungslinie, und mit diesen Werken ist etwas Ungewöhnliches geschehen: die Werke zwei und drei wurden vom Künstler Matthias Schönweger zum BunCor umgestaltet, dem «Herzbunker», in Erinnerung an die Herz-Jesu-Feuer, die auf den Bergen dieser Täler entzündet werden. Ein militärisches Werk, das ein Tal sperren sollte, ist zum Denkmal einer Andacht geworden, die man mit offenem Feuer begeht. Das Handwerk, das im Rad des Wappens steht, ist unterdessen noch da: die Herstellung von Kunstmöbeln und typischer bäuerlicher Einrichtung ist angesehen. Und der Radweg, der durch den Ort führt, steigt von St. Leonhard hinab nach Meran, von wo man nach Bozen weiterfahren oder zum Reschenpass hinauf kann.

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