Sarentino

Provinz: Bozen — Südtirol · Region: Trentino-Südtirol · Einwohner: 6.890 · PLZ: 39058

Sarentino, auf Deutsch Sarntal, zählt 6.890 Einwohner und ist die flächengrößte Gemeinde ganz Trentino-Südtirols: 28 Fraktionen, verstreut in einem Tal, das 140 Gipfel umschließen. Die Abgeschiedenheit hat Handwerke bewahrt, die anderswo verschwunden sind, allen voran die Federkielstickerei auf Leder mit den Kielen von Pfauenschwanzfedern, dann die geschnitzten Bauernpfeifen, die Handweberei, der Sarner, die handgenähte Wolljacke, die im ganzen historischen Tirol bekannt ist. Eine Straße nach Bozen ließ Kaiser Maximilian I. 1494 anlegen, und sie wurde erst in den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts durch eine neue mit 21 Tunneln ersetzt, die Murenabgänge noch immer oft unpassierbar machen.

Von der Kirche von Sarnthein lassen sich zwei Dinge erzählen. Das erste: Die Pfarre gehört ohne Unterbrechung vom Mittelalter bis heute dem Deutschen Orden. Das zweite: Einer ihrer Pfründepfarrer war Enea Silvio Piccolomini, der spätere Papst Pius II., der ihre Einkünfte bezog und den Ort nie betreten hat. Dann ist da der Winter: An den Donnerstagen des Advents kehren die Klöckeln wieder, Männer, vermummt in Schaffellen, Holzschuhen und breitkrempigen Filzhüten, die mit Glocken durch die Dörfer ziehen und schlagen, um die bösen Geister zu vertreiben. Es ist ein heidnisch-germanischer Ritus für die Fruchtbarkeit der Felder, und unter den Gestalten ist auch eine Frau, die Zussl, die aber nach der Tradition von einem Mann dargestellt wird.

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