Der Name kommt von der Weide, dem lateinischen salix, die diesen Boden zwischen den Sümpfen bedeckt haben muss; die Quellen halten diese Deutung für die tragfähigste, weil auch die anderen Orte der unteren Veroneser Ebene nach den dort wachsenden Bäumen benannt sind, und das Wappen ist denn auch ein redendes. Die Burg hat zwei Türme verschiedenen Alters, die ein Mittelbau verbindet: Der westliche, mit Zinnen, stammt aus dem zwölften Jahrhundert, der östliche mit dem Torbogen von einem Eingriff Alberto I. della Scala am Ende des dreizehnten. Sie war das Haus der Familie von Cangrande della Scalas Mutter, Verde aus dem Geschlecht der Grafen von Salizzole; heute beherbergt sie die Gemeindebibliothek und den Bürgersaal.
In Valmorsel steht eine Kirche, die sich die Bewohner um 1951 selbst bauten, indem sie zusammentrugen, was sie hatten — vor allem Eier und Mehl —, um das Baumaterial zu bezahlen: Deshalb nennen sie sie das mit Eiern angerührte Kirchlein. Sie ist denkbar arm: eine kleine Rosette, eine einzige Tür, ein Schiff und kein Glockenturm; drinnen ein Altar aus Valpolicella-Marmor und ein hölzerner heiliger Rochus, der einem Bildstock von Valmorsel entnommen wurde. In den achtziger Jahren für unbenutzbar erklärt und geschlossen, wurde sie Ende der neunziger restauriert und 2005 wieder geöffnet. Die Felder ringsum gehören zum Anbaugebiet des Veroneser Vialone-Nano-Reises, bewässert mit Quellwasser.