Castelvetro Piacentino

Provinz: Piacenza · Region: Emilia-Romagna · Einwohner: 5.584 · PLZ: 29010

Der Name dieses Orts ist ein Irrtum, der geblieben ist. Richtig hieße er Castelvecchio, denn früher hieß er Castrum vetus; daraus wurde die vulgarisierte lateinische Form Castellum vetus, dann zu Castelvetus verkürzt und zu Castelvetro italianisiert — also eine Verformung, aber eben die, die sich gehalten hat. Auch das Wappen hat dasselbe Schicksal erlitten: es leitet sich vom Blason der Coppalati her, der Markgrafen von Castelvetro, doch die Schleifen darin, seit 1889 geführt und auch schon früher bezeugt, sollen eine Verballhornung der Farnese-Lilien sein; und in älteren Darstellungen stand anstelle des Turms eine Burg mit drei zinnenbewehrten Türmchen. In diesem Ort sind die Dinge also zweimal verderbt worden, und beide Male ist die falsche Fassung geblieben. Castelvetro ist die tiefstgelegene Gemeinde der Provinz Piacenza, am nördlichen Rand der Emilia-Romagna, am Po, an der Grenze zur Provinz Cremona.

Der Ursprung knüpft an eine römische Festung an, die im dreizehnten Jahrhundert schon zu einem Trümmerhaufen geworden war, samt den Mauern, die sie umgaben. Die erste Urkunde, die das Bestehen des Orts erwähnt, ist ein Cremoneser Pergament vom fünfzehnten Oktober 1055: es betrifft die Belehnung der Domherren von Cremona mit Ländereien an verschiedenen Orten, darunter Castelvetro, das jenen Domherren lange gehörte. Der Ort folgte dann den Geschicken Cremonas, wurde dem Pallavicino-Staat einverleibt, vom Herzogtum Mailand aufgesogen und ging schließlich an die Farnese, die ihn 1698 dem Markgrafen Federico Coppalati zu Lehen gaben; und aus jener Familie war don Gherardo von 1724 bis 1745 Pfarrer von Castelvetro. Die Coppalati hielten ihn bis Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, und 1814 wurde der Ort zum Hauptort der Gemeinde erhoben. Eines lohnt es, ganz zu erzählen: zum Fest der Madonna del Rosario in der Pfarrei Spirito Santo in Croce wurde 1837 ein blutjunger Giuseppe Verdi eingeladen, seine eigene Messa solenne zu dirigieren. In derselben Kirche steht eine Lingiardi-Orgel von 1865. Der 1933 eröffnete Bahnhof ist seit 2013 ohne Personenverkehr.

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