Das antike Herculaneum lag dort, wo heute die moderne Stadt steht, auf einem steil zum Meer abfallenden vulkanischen Plateau, im Norden und Süden von zwei Schluchten mit zwei Bächen geschützt. Seine Geschichte endete 79 n. Chr., als der Vesuvausbruch es unter vulkanischem Material begrub, das später zu einer Tuffmasse erstarrte.
Sehenswertes
Nach der Legende, die Dionysios von Halikarnassos erzählt, gründete es Herakles; Strabon schreibt es den Oskern zu, andere den Etruskern, doch die Funde reichen nicht über das 2. Jahrhundert v. Chr. zurück. Die erste Erwähnung, unter dem griechischen Namen Herakleia, steht in einer Schrift des Theophrast von 314 v. Chr. 89 v. Chr. eroberte es im Bundesgenossenkrieg Titus Didius, Legat Sullas, und es wurde römisches Municipium und später Sommerfrische der Aristokratie. Vom Erdbeben von 62 getroffen, war es noch beim Wiederaufbau, als der Ausbruch kam: Wegen der Windrichtung traf es nicht der Asche- und Lapilliregen, der auf Pompeji fiel, doch in der Nacht erfassten es pyroklastische Ströme mit über hundert Stundenkilometern, die es mit einer zehn bis fünfzehn Meter dicken Schicht bedeckten, die durch weitere Ausbrüche wie den von 1631 auf fünfundzwanzig Meter anwuchs.
Die Stadt folgte dem Modell des Hippodamos von Milet: ein Schachbrett von Insulae zwischen drei küstenparallelen Decumani und fünf Cardines, die vom Vesuv zum Meer hinabliefen, auf etwa zwanzig Hektar und mit vier- bis fünftausend Einwohnern. Sie hatte drei Thermenanlagen, eine Palästra, ein Theater für zweitausendfünfhundert Zuschauer, Tempel, die Basilika und die Basilica Noniana; die Häuser waren kleiner als in Pompeji, aber manchmal prächtiger, und die reichsten lagen am Rand des Hügels oder außerhalb der Stadt, wie die Villa dei Papiri. Die meisten Bewohner konnten fliehen, doch rund dreihundert Tote wurden in den Hafenmagazinen gefunden. Das Theater entdeckte zwischen 1709 und 1710 ein Bauer, der einen Brunnen grub; es folgten die bourbonischen Erkundungen in Stollen und im 19. Jahrhundert die ersten Grabungen unter freiem Himmel.
Der Besuch
Die Reste der Stadt besichtigt man im Archäologischen Park Herculaneum. Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Rundgänge sind beim Park zu erfragen.
Tipp der Redaktion
Anders als in Pompeji fand man in Herculaneum an den Mauern keine Wahlaufrufe, und die Sprache der Graffiti ist weniger spöttisch. Die Quellen beschreiben eine vor allem von Wohnhäusern geprägte Stadt, die von Fischfang, von Landwirtschaft mit Oliven, Weizen, Feigen und Reben und von der Vermietung von Läden und Wohnungen lebte.


