Atina

Provinz: Frosinone · Region: Latium · Einwohner: 4.461 · PLZ: 03042

Vergil nennt sie Atina potens, Atina die Mächtige, und stellt sie in der Aeneis unter jene Städte, die Waffen zur Hilfe für Turnus gegen Aeneas rüsteten; die Sage schreibt ihre Gründung Saturn im Goldenen Zeitalter zu, zusammen mit fünf weiteren latinischen Städten, deren Namen mit A beginnen. Die Geschichte überliefert dagegen eine volskische Stadt, später Teil des samnitischen Bundes, an der Straße zwischen Sora und Casinum gelegen und nahe den Eisengruben des Monte Meta. Cicero schrieb, Atina sei die Mutter so vieler berühmter Männer, dass keine Stadt Italiens sich reicher nennen könne. Aus jener Zeit blieben Abschnitte polygonaler Mauern, datierbar zwischen dem siebten und dem zweiten Jahrhundert vor Christus.

Von den Langobarden zerstört und 626 wiederaufgebaut, war sie um das Jahr achthundert bereits Bischofssitz, wie ein Diplom Karls des Großen beschreibt. Im Jahr 1349 warf ein Erdbeben sie erneut nieder: der Palazzo Cantelmo, heute das Rathaus, entstand nach jenem Beben dort, wo zuvor die Burg der d'Aquino stand, und über seinem Portal ist ein römisches Relief eingemauert. Das Eisen des Meta kehrte mehrfach zurück: ein Hammerwerk beim Heiligtum von Canneto ab 1774, 1799 während der französischen Besetzung geschlossen, und ein bourbonisches Eisenwerk in Rosanisco, dessen Bau mit der piemontesischen Besetzung von 1861 stehenblieb. Im Jahr 1845 eröffneten die Visocchi eine Papierfabrik und später ein Wasserkraftwerk am Melfa.

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