Diese Landkirche entstand aus einem Bildstock. Auf dem Grundstück stand ein der Madonna geweihter Votivpfeiler; der Grund gehörte den Rivo, jener Familie, der im Ort die Seidenspinnerei gehörte, und der damalige Propst war ebenfalls ein Rivo. Der Rest ergab sich von selbst: 1717 begannen die Arbeiten, 1720 wurde die Kirche eingeweiht.
Sehenswertes
Anfangs gab es nur den Mittelbau; die seitliche Sakristei kam später hinzu. Eine Visitation aus der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts beschreibt sie als Feldkapelle an der öffentlichen Straße zwischen Sant'Ambrogio und Avigliana, mit weitem, hohem Chor, Bögen, Malereien und vollständigem Boden, und vermerkt, dass sich die Tür nach Nordosten öffnet.
Dieses Detail ist kein Orientierungsfehler: Landkirchen blicken auf die Straße, nicht auf den Sonnenaufgang, weil sie für die Vorüberziehenden gemacht sind. Dasselbe Schriftstück hält fest, dass der Bau dank der Almosen der Gläubigen erneuert wurde, also mit dem Geld derer, die dort zum Beten hielten.
Der Besuch
Die Kirche liegt in Le Brayde, außerhalb des Zentrums von Sant'Ambrogio an der alten Straße nach Avigliana; sie ist eine Nebenkirche und öffnet vor allem zu Gottesdiensten und zum Fest. Eine Viertelstunde.
Tipp der Redaktion
Gehen Sie um das Gebäude und schauen Sie nach unten, wo die Mauer den Boden trifft: Ringsum ist ein Graben ausgehoben, der die Feuchtigkeit fernhält. Man nannte ihn ghindana, und die Pfarrleute hoben ihn 1810 von Hand aus, wofür sie etliche Sonntage aufwendeten. Es ist das Stück Kirche, das jene bauten, die sie benutzten.
