Valle di Casies

Provinz: Bozen — Südtirol · Region: Trentino-Südtirol · Einwohner: 2.262 · PLZ: 39030

Hier ist die Gemeinde das Tal: das Gebiet entspricht genau dem Gsiesertal, das von Welsberg fast bis an die österreichische Grenze hinaufführt, und die Orte darin kommen paarweise — Innerpichl und Außerpichl, St. Magdalena im Niedertal und im Obertal, Unterplanken und Oberplanken. Innen und außen, oben und unten: so sagt man hier, wo man ist. Die Gemeinde selbst entstand 1929 aus dem Zusammenschluss von Pichl, St. Martin und St. Magdalena, und den Sitz hat sie zweimal verlegt: die Ämter wurden 1953 in Durnwald gebaut, der Sitz blieb bis 1985 in Pichl und ging dann nach St. Martin. Der Name ist seit dem zwölften Jahrhundert bezeugt und kommt wahrscheinlich vom deutschen sitzen oder aber von einem Wort für den Lärm der Jagd. Das Wappen trägt zwei schwarze Schaber in goldenem Feld: sie waren das Zeichen der Herren von Gsies, seit dem dreizehnten Jahrhundert bekannt und 1429 erloschen.

In St. Martin wurde Joachim Haspinger geboren, der Kapuziner, der zusammen mit Andreas Hofer einer der Angelpunkte des Tiroler Aufstands war, gegen die mit Napoleons Franzosen verbündeten Bayern; auf dem Hauptplatz steht seine Bronzestatue von Othmar Winkler. Zwischen Pichl und St. Martin stehen auf den Feldern einige Bunker der Sperre Oberplanken, Teil des Alpenwalls, der entlang dieser Grenze gebaut wurde. Im Winter legt das Tal an die vierzig Kilometer Langlaufloipen an, und jeden Februar wird darauf ein Volkslauf ausgetragen; 1994 fanden hier die Weltmeisterschaften im Naturbahnrodeln statt. Jenseits von St. Magdalena werden die Forststraßen zu Rodelbahnen. Hier haben fast alle Deutsch als erste Sprache.

Was liegt in der Nähe

Luftlinie vom Ortskern. Tippe auf einen Punkt, um die Seite zu öffnen.