Proserpio zählt 892 Einwohner auf einer Hochfläche der Brianza zwischen vierhundert und fünfhundert Metern, geformt vom Gletscher, der nach Monza hinabzog: Auf den Feldern liegen noch die trovanti, die Findlinge aus Granit und Serpentin, die das Eis aus dem Val Masino und dem Val Malenco hierher gebracht hat. Der Name lässt sofort an Proserpina denken, und im neunzehnten Jahrhundert erklärte man ihn auch so, doch die alten Urkunden sagen anderes: Im dreizehnten Jahrhundert heißt der Ort Proxervi, im fünfzehnten Proxerbi. Wahrscheinlicher war es also das Landgut einer römischen Familie, der Servii, oder das den Dienstleuten zugewiesene Land.
Von diesem kleinen Ort weiß man viel, weil viel aufgeschrieben wurde. Als 1630 die Pest der Landsknechte auch hier heraufkam, führte der Kurat don Carlo Cancio von Mai bis Oktober ein Tagebuch der Seuche und notierte die Namen der Kranken, die der Toten und die Orte der Bestattung. 1751 erklärte die Gemeinde in ihren Antworten auf die Fragen des theresianischen Katasters 292 Einwohner, zu hohe Steuern und wenig Arbeit: Viele mussten in die Nachbarprovinzen gehen, um ihre Familien zu ernähren. Und 1779 klagte der Ort gegen einen Grundbesitzer um das Wasser der Quelle von Rogoré, verlor und musste eine Wasserleitung bauen, um das Wasser zu zwei öffentlichen Brunnen zu bringen.
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Außerhalb von Proserpio, aber als Ausflug gut erreichbar.
