Der Name kommt vom langobardischen gahagi, das Wald bedeutet, und dieses Land war schon im vierten Jahrtausend vor Christus bewohnt. In römischer Zeit gab es hier bedeutende Dörfer, denn das Gebiet lag an der via Claudia Augusta, die von Ostiglia entlang dem Tartaro nach Verona hinaufführte: Die behauenen Steine jener Jahrhunderte sind noch heute rings um die Kirche Santa Maria Maggiore, um jene von San Pietro in Valle — die man Ceson nennt — und um die ehemalige Pfarrkirche von Correzzo eingemauert zu sehen. Mit dem Fall des Reiches leerte sich der Ort, und die Sümpfe holten sich die Felder zurück, bis gegen das achte Jahrhundert die Benediktiner mit der Trockenlegung begannen. Von jener Wasserwelt blieb eine Geschichte: Die Überlieferung will, dass man in der Pfingstnacht den Glockenturm von Carpanea läuten hört, einer seit undenklichen Zeiten in einem sumpfigen Abschnitt des Tartaro versunkenen Stadt, und dass jene Schläge das Unglück vertreiben und den Teufel verjagen. Auch das Gemeindewappen ist aus Wasser: ein sitzender Mann — Neptun oder ein Flussgott — mit Dreizack und einem Krug, aus dem ein Fluss strömt, flankiert von grünem Schilf.
Das Lehen, in den Händen der Benediktiner, ging 1307 an Federico della Scala und danach an die Dal Verme, darunter jener Jacopo, der ein großer Condottiere und auch Herr von Bobbio und des Val Tidone war; 1437 zog Venedig alle ihre venetischen Lehen ein, wegen ihres endgültigen Bündnisses mit Mailand. Im Jahr 1867 änderte die Gemeinde ihren Namen von Gazzo in Gazzo Veronese, und 1928 nahm sie die aufgelöste Gemeinde Correzzo auf und verlegte das Rathaus nach Roncanova, weil es in der Mitte des Gebiets liegt. Ab Mitte 1944 gaben Graf Luigi Perez und seine Frau Sandra hier einem jungen Juden aus Meran Zuflucht, Moshe Shapiro, den die Razzien gezwungen hatten, ein erstes Versteck in Sustinente aufzugeben: Als Hausdiener unter dem falschen Namen Mario ausgegeben, blieb er bis zur Befreiung im April 1945 in ihrem Haus und konnte sich dann der Jüdischen Brigade anschließen. Am 2. August 1999 verlieh Yad Vashem in Jerusalem dem Ehepaar Perez den Titel Gerechte unter den Völkern. Seit 1951 hat der Ort fast ein Drittel seiner Einwohner verloren, von den achttausendsiebenhundert jenes Jahres auf wenig mehr als fünftausend.