Ein locus bitrictum oder vetrictum wird schon seit dem elften Jahrhundert genannt, und worauf jenes Wort zielte, ist strittig: vielleicht auf eine mehrfache Zerstörung — bis tritum, zweimal zerstört — oder aber, und das ist die anerkanntere These, auf das Vorhandensein zweier Türme. Das benachbarte Bitetto, wenige Kilometer von hier, hat dasselbe Problem umgekehrt: eine seiner vier Etymologien lautet bis tectum, zweimal das Dach. Wie es mit dem Wort auch stehe, die Burg ist der Ort. Sie entstand als militärische Festung des befestigten casale Vitrictum; die ersten schriftlichen Quellen über sie reichen ins Jahr 1070; gegründet wurde sie in normannischer Zeit, und Staufer und Anjou haben ihre Zeichen darin hinterlassen. Im Jahr 1440 unterstand sie unmittelbar dem Erzbischof von Bari, und deshalb blieb sie, anders als die Gemeinden ringsum, von der aragonesischen Herrschaft unberührt. Heute hat sie zwei Türme, einen runden und einen vieleckigen, und um den mittleren Hof öffnen sich zwölf Räume — einer davon ist der Ratssaal, denn jene Burg ist jetzt das Rathaus.
Bitritto war lange ein Ort, aus dem man fortging. Das Patronatsfest fällt auf den ersten Dienstag im März, und für viele Familien ist jener Tag der Anlass zurückzukommen und sich wiederzufinden. Dann kehrte sich die Bewegung um: zwischen den achtziger Jahren und dem Jahr zweitausend verdoppelte sich die Bevölkerung, weil Bari sich nach außen leerte und es von hier bis zur Stadt weniger als zehn Kilometer sind. Die Mutterkirche steht auf der Anlage eines Tempels von 1530 und ist Santa Maria di Costantinopoli und dem heiligen Erzengel Michael geweiht; die Kapelle San Pietro liegt an einer Straße, die früher via Pagano hieß und die an die mulis vectabilis via per Peucetios anschloss, den Saumweg durch das Land der Peuketier, den Strabon nennt. Das Wappen wurde 1935 anerkannt. Und es gibt eine Zeile, die viel über dieses Hinterland sagt: die Bahn von Bari nach Bitritto. Ihr ursprüngliches Projekt stammt von 1986; die Strecke wurde Ende 2023 förmlich in Betrieb genommen, und der erste kommerzielle Zug fuhr am achten Januar 2024. Achtunddreißig Jahre zwischen dem Plan und dem Zug.