Das Kapuzinerkloster von Modica mit der angeschlossenen Kirche Madonna delle Grazie ist ein Klosterkomplex im westlichen Teil der Stadt. Die Kapuziner kamen 1556 nach Modica: Am 30. August jenes Jahres verpflichtete sich der Generalrat der Stadt mit einer amtlichen Urkunde, sie aufzunehmen und für ihren Unterhalt zu sorgen.
Sehenswertes
Die Architektur ist schlicht und folgt den klassischen Regeln der Kapuzinerklöster. Das Gebäude ordnet sich um einen großen viereckigen Kreuzgang, mit Platten aus örtlichem Stein gepflastert und mit einem Brunnen in der Mitte. Die Kirche, der Madonna delle Grazie geweiht, hat eine sehr eigenartige Balustrade aus schwarzem Stein von Ragusa, 79 Zentimeter hoch, die vom Presbyterium an den Seiten entlangläuft und das Schiff von den sechs Seitenaltären trennt. Das Hochaltarbild, Michelangelo Cerruti zugeschrieben, aus dem 18. Jahrhundert, zeigt die Unbefleckte Empfängnis mit dem heiligen Franziskus und der heiligen Klara. Besonders wertvoll ist der Tabernakel in Form eines Renaissancetempelchens, ein Zeugnis der Holzarbeit der Kapuziner des 18. Jahrhunderts.
Die Brüder ließen sich zuerst bei der Kirche San Sebastiano nieder, an einem Ort, der den Namen San Francesco alla Cava erhielt. 1570 begannen die Arbeiten am neuen Kloster nahe der bestehenden Kirche Madonna delle Grazie, und 1573 zogen die Brüder dorthin. Während der Pest von 1576, die auch Modica mit vielen Opfern traf, kümmerten sich die Kapuziner um die Kranken in den Lazaretten. Das Erdbeben im Val di Noto von 1693 beschädigte das Gebäude, ohne es zu zerstören; in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts restaurierte und erweiterte es Pater Arcangelo da Modica, während die kleine Kirche abgerissen und größer neu gebaut wurde. Mit der Aufhebung der Orden 1866 ging das Kloster an den Staat; 1892 zurückgekauft, war es bis 1932 Sitz der Provinzkurie und mehrmals Ausbildungsstätte für Novizen und Studenten.
Der Besuch
Der Komplex liegt in Modica und ist nach den Quellen in sehr gutem Zustand erhalten. Öffnungszeiten der Kirche und die Möglichkeit, den Kreuzgang zu sehen, sind bei den Brüdern zu erfragen.
Tipp der Redaktion
Hinter dem Hochaltarbild steht in einer großen Kapelle die Statue der Madonna mit Kind, umgeben von einer Gruppe hervorragend gearbeiteter Holzfiguren, die «Paradiso» genannt wird.








