🔔 Der Italien-Almanach

4. September

Geschichten und Kuriositäten zum 4. September, aus dem Italien der tausend Glockentürme.

Von hier in die Welt

Von Favale di Malvaro zur Bank of America

Die Eltern von Amadeo Peter Giannini stammten aus Favale di Malvaro, einem kleinen Dorf im Hinterland von Chiavari, in Ligurien bei Genua. Der 1870 in Kalifornien geborene Giannini eröffnete 1904 in einem ehemaligen Saloon in San Francisco die Bank of Italy: Sie gab italienischen Handwerkern und kleinen Händlern Kredit, die sonst nirgends welchen bekamen. Nach dem Erdbeben von 1906 stellte er einen Tisch mitten unter die Betroffenen, hängte ein Schild auf, die Bank sei geöffnet, und vergab Kredite für den Wiederaufbau. 1927 erhielt seine Bank einen neuen Namen: Bank of America.

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Kurz notiert

Verschwundenes Italien 476

Das Weströmische Reich endete in Ravenna, mit einer Pension

Am 4. September 476 setzte der Heerführer Odoaker in Ravenna, der damaligen Kaiserresidenz an der Adria, Romulus Augustus ab, den Jungen, den die Geschichte spöttisch Augustulus nennt, das Kaiserlein. Das Datum gilt als das konventionelle Ende des Weströmischen Reiches. Der letzte Kaiser war kaum mehr als ein Kind und wurde gerade deshalb verschont: keine Hinrichtung, sondern Exil im Castellum Lucullanum bei Neapel, wo heute das Castel dell'Ovo steht. Eine antike Quelle, der Anonymus Valesianus, erwähnt sogar eine Jahresrente von sechstausend Solidi. Westrom endete nicht mit dem Schwert, sondern mit einem Ruhestand am Golf von Neapel.

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Italien-Rekorde

Morterone, die Gemeinde mit den wenigsten Einwohnern Italiens: 31

Am Fuß des Resegone-Massivs, auf 1.070 Metern in der Provinz Lecco nördlich von Mailand, liegt Morterone, die Gemeinde mit den wenigsten Einwohnern Italiens: 31 bei der jüngsten Zählung. Ein paar Häuser zwischen Weiden und Wald, und dazu eine unerwartete Besonderheit: ein Freilichtmuseum für zeitgenössische Kunst, dessen Werke über die Wiesen verteilt sind. In einem Land mit fast achttausend Gemeinden hat ausgerechnet die kleinste weniger Einwohner als ein Mietshaus, aber einen eigenen Bürgermeister und eine eigene Kunstsammlung.

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