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22. September

Geschichten und Kuriositäten zum 22. September, aus dem Italien der tausend Glockentürme.

Lokalrivalitäten

Limoncello: ein Likör, fünf angebliche Heimatorte

Die Tradition datiert die Geburt des Limoncello auf die ersten Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts; wo er erfunden wurde, ist dagegen umkämpft. Capri, Sorrent und Amalfi, drei Nachbarn am Golf von Neapel, beanspruchen die Vaterschaft des gelben Zitronenlikörs, und auch Sizilianer und Sarden haben sich in den Streit eingeschaltet. Auf Capri wie an den beiden Küsten pflegt jeder seine eigene Entstehungsgeschichte, auch weil die Erfindung eine glänzende Werbung ist. Der Likör selbst hat nie auf das Urteil gewartet: Vom Golf aus hat er die Bars der halben Welt erobert.

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Kurz notiert

Italien-Rekorde

Der Aril: ein Fluss von 175 Metern

Durch Cassone, einen Ortsteil von Malcesine am Veroneser Ufer des Gardasees, fließt der Aril: 175 Meter von der Quelle bis zur Mündung in den See, Brücken inklusive. Ein Schild der Gemeinde verkündet in mehreren Sprachen den »kürzesten Fluss der Welt«, doch der Weltrekord hält nicht stand: Der Reprua in Georgien kommt mit 18 Metern aus, der Roe in Montana mit 61. Dem Aril bleiben Platz drei auf der Welt und der Ruf, der kürzeste Fluss Italiens zu sein.

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Verschwundenes Italien 1953

Das versunkene Dorf im Vagli-See

Unter dem Stausee von Vagli, in der Gemeinde Vagli Sotto in der toskanischen Garfagnana, schläft ein komplettes mittelalterliches Dorf: Fabbriche di Careggine, im dreizehnten Jahrhundert von Schmieden aus Brescia gegründet, 1947 geräumt und nach und nach versenkt, während die 92 Meter hohe Staumauer wuchs, vollendet 1953. Wird das Becken abgelassen, tauchen die Steinhäuser, die romanische Kirche San Teodoro und der Glockenturm wieder auf. Das geschah erst viermal, 1958, 1974, 1983 und 1994, und beim letzten Mal kamen fast eine Million Besucher.

📍 Vagli Sotto →