Arancino oder arancina? Siziliens Streit um eine Reiskugel
In Catania und Messina, an Siziliens Ostküste, heißt die gefüllte, frittierte Reiskugel arancinu — männlich und oft kegelförmig; in Palermo ist sie die arancina, weiblich und rund wie eine Orange. Das Gericht, dessen Wurzeln auf das arabische Sizilien mit seinem Reis und Safran zurückgeführt werden, teilt die Insel nicht in zwei Hälften, sondern in einen Flickenteppich: Auch Ragusa und Syrakus im Osten sagen die weibliche Form. Als Schiedsrichterin angerufen, entschied die Accademia della Crusca, Italiens Sprachinstitut, ganz diplomatisch: Beide Formen sind korrekt. Im Register der traditionellen Lebensmittel steht „arancini di riso“. Das Derby geht weiter.
