Der Tag, an dem Turin aufhörte, Hauptstadt zu sein
Am 15. September 1864 unterzeichnete Italien in Fontainebleau mit dem Frankreich Napoleons III. die Septemberkonvention: Die Hauptstadt musste Turin (italienisch Torino) binnen sechs Monaten verlassen, Ziel war Florenz. Die Stadt im Piemont, damals Hauptstadt des jungen Königreichs Italien, erhob sich — und am 21. und 22. September ließ die Repression rund sechzig Tote auf der Piazza Castello und der Piazza San Carlo zurück. Die Regierung Minghetti stürzte, der Umzug fand trotzdem statt, und Turin wurde nie wieder Hauptstadt.
