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15. September

Geschichten und Kuriositäten zum 15. September, aus dem Italien der tausend Glockentürme.

Verschwundenes Italien 📅 1864

Der Tag, an dem Turin aufhörte, Hauptstadt zu sein

Am 15. September 1864 unterzeichnete Italien in Fontainebleau mit dem Frankreich Napoleons III. die Septemberkonvention: Die Hauptstadt musste Turin (italienisch Torino) binnen sechs Monaten verlassen, Ziel war Florenz. Die Stadt im Piemont, damals Hauptstadt des jungen Königreichs Italien, erhob sich — und am 21. und 22. September ließ die Repression rund sechzig Tote auf der Piazza Castello und der Piazza San Carlo zurück. Die Regierung Minghetti stürzte, der Umzug fand trotzdem statt, und Turin wurde nie wieder Hauptstadt.

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Kurz notiert

Ortsnamen

Ein Dorf namens Bomba — ganz ohne Sprengstoff

In den Hügeln der Abruzzen, in Mittelitalien, trägt ein Dorf mit weniger als siebenhundert Einwohnern den Namen Bomba — auf Italienisch tatsächlich 'Bombe'. Mit Sprengstoff hat das nichts zu tun: Die Forschung führt den Namen auf ein lautmalerisches lateinisches Wort für ein Grollen zurück, wohl das von Wasser. Bomba liegt über einem Stausee, der 1957 durch die Umleitung des Flusses Sangro entstand, und schenkte Italien die Brüder Bertrando und Silvio Spaventa, Patrioten und Denker des Risorgimento.

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Wörter von hier

Baloney: eine Wurst, eine Stadt, ein Wort

In den USA heißt eine Wurst schlicht bologna, gesprochen 'baloney' — und der Name kommt genau daher, wonach er klingt: Sie leitet sich von der Mortadella Bologna ab, dem Klassiker aus der Stadt Bologna in der norditalienischen Emilia. Drüben wurde daraus ein Alltagsprodukt, allen voran das bologna sandwich fürs Pausenbrot. Und im Slang bedeutet baloney obendrein 'Unsinn': Ein und dasselbe Wort steht für den Aufschnitt und für dummes Gerede. So oder so trägt das amerikanische Englisch den Namen einer italienischen Stadt im Alltagsvokabular.

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