🔔 Der Italien-Almanach

19. September

Geschichten und Kuriositäten zum 19. September, aus dem Italien der tausend Glockentürme.

Unmögliche Geografie

Eine Staatsgrenze mitten über den Platz

Vor dem Transalpina-Bahnhof von Gorizia verläuft die Grenze zwischen Italien und Slowenien quer über den Platz: eine Reihe von Steinplatten mit einem runden Mosaik in der Mitte, drüben liegt Nova Gorica. Der Pariser Vertrag von 1947 schnitt diese Ecke im äußersten Nordosten Italiens entzwei, jahrzehntelang stand hier eine Mauer. 2004 fiel der Zaun, und seit Sloweniens Schengen-Beitritt Ende 2007 wechselt man das Land, ohne es zu merken. Die Slowenen nennen den Platz Trg Evrope, Europaplatz; für GO! 2025, die gemeinsam getragene Kulturhauptstadt Europas, haben ihn die beiden Städte neu hergerichtet. Ein Foto mit je einem Fuß pro Staat gehört hier zum Pflichtprogramm.

📍 Gorizia entdecken

Kurz notiert

Ortsnamen

Ein Dorf namens Hähnewürger

Südöstlich von Rom, im Hügelland des südlichen Latium, liegt Strangolagalli, eine Gemeinde mit rund 2.200 Einwohnern, deren Name wörtlich bedeutet: der die Hähne erwürgt. Die Forschung bietet drei Erklärungen und keine Gewissheit: das byzantinische strongylos, kreisförmig, verbunden mit einem langobardischen Wort für Palisade, also eine runde Siedlung; der Spitzname eines Herrn aus dem 14. Jahrhundert, der Hähne erwürgte; sogar die Villa eines römischen Patriziers namens Astragalus Gallus, wie ein Gelehrter des 17. Jahrhunderts vermutete. Das Gemeindewappen hilft der Verteidigung nicht: Es zeigt einen aufgerichteten Fuchs, der einen Hahn in den Pfoten packt.

📍 Strangolagalli →
Lokalrivalitäten

Piadina-Streit: dick in Forlì, hauchdünn in Rimini

In der Romagna, im Nordosten Italiens, ist die Dicke des Fladenbrots eine Identitätsfrage. Um Forlì und Ravenna ist die Piadina sechs bis acht Millimeter stark und großzügig bemessen; in Rimini sind es nur zwei bis drei Millimeter, dünn und biegsam, zum Falten über der Füllung gedacht. Die Rivalität sitzt so tief, dass Europa sie anerkennen musste: Die 2014 eingetragene g.g.A. Piadina Romagnola führt ausdrücklich auch die Variante alla Riminese auf. Das Schutzgebiet umfasst die Provinzen Rimini, Forlì-Cesena und Ravenna sowie das Bologneser Land östlich des Flusses Sillaro. Zur Füllung schweigt das Regelwerk: Dort darf jeder nach dem Maßstab des Nachbarorts falsch liegen.

📍 Forlì →

🎉 Heute wird gefeiert in… 13

13 Gemeinden mit Guide feiern am 19. September ihren Schutzpatron