🔔 Der Italien-Almanach

14. September

Geschichten und Kuriositäten zum 14. September, aus dem Italien der tausend Glockentürme.

Lokalrivalitäten 📅 1321

Dantes Gebeine und der heimlich geleerte Sarkophag

Dante starb in Ravenna an der italienischen Adriaküste, in der Nacht vom 13. auf den 14. September 1321, und Florenz, die Stadt, die ihn verbannt hatte, fand sich nie damit ab. 1519 erlaubte Papst Leo X. den Florentinern, die Gebeine des Dichters zu holen; Michelangelo sollte das Grabmonument gestalten. Doch die Franziskaner von Ravenna waren schneller: Durch ein Loch vom Kreuzgang aus hatten sie den Sarkophag geleert und die Reste versteckt. Die Kiste, im Oratorium nebenan eingemauert, tauchte erst am 27. Mai 1865 zufällig wieder auf, ein Maurer fand sie bei Bauarbeiten. Die Gebeine liegen bis heute in Ravenna.

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Kurz notiert

Spruch des Tages 1077

Nach Canossa gehen: drei Tage barfuß im Schnee

Vom 25. bis zum 27. Januar 1077 wartete Kaiser Heinrich IV. drei Tage und drei Nächte vor dem Tor der Burg Canossa im Apennin bei Reggio Emilia: kniend, barfuß, im Büßergewand, das Haupt mit Asche bestreut, während ein Schneesturm tobte. Drinnen saßen Papst Gregor VII. und die Burgherrin Mathilde von Canossa. Am 28. Januar empfing ihn der Papst: Die Demütigung hatte gewirkt. Seither bedeutet nach Canossa gehen, klein beizugeben und einen Fehler einzugestehen. 1872 machte Bismarck die Wendung endgültig berühmt: Nach Canossa gehen wir nicht, erklärte er, weder körperlich noch geistig.

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Italien-Rekorde 1545

In Padua steht der älteste Universitäts-Botanikgarten der Welt

Ein Dekret des venezianischen Senats stiftete 1545 in Padua einen Garten für Heilpflanzen, die sogenannten Semplici, auf Betreiben von Francesco Bonafede, damit Apotheker echte Arzneien von Fälschungen unterscheiden konnten. Dieser Garten existiert noch, am selben Fleck: Er ist der älteste botanische Universitätsgarten der Welt an seinem ursprünglichen Ort und seit 1997 UNESCO-Welterbe. Die älteste Pflanze ist eine Zwergpalme von 1585; Goethe sah sie 1786 und entwickelte an ihr seine Gedanken zur Metamorphose der Pflanzen. Seither heißt sie in Padua die Goethe-Palme.

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