Ottobrata: in Rom war das schöne Oktoberwetter zuerst ein Ausflug mit dem Pferdekarren
Ottobrata heißt heute ein warmer Tag außerhalb der Saison. In Rom war es bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts ein Ausflug: an den Oktobersonntagen, gewöhnlich auch donnerstags, brachen die Gesellschaften im Morgengrauen aus den Stadtvierteln auf, auf carrettelle, Pferdekarren mit Schellengeläut. Auf dem Wagen sieben Mädchen im Festkleid und eine „bellona“ neben dem Kutscher, die Männer folgten zu Fuß. Die Ziele: der Monte Testaccio, die Felder um Ponte Milvio, die Weinberge zwischen Monteverde und Porta San Pancrazio. Das Traubenfest von Marino, seit 1925 am ersten Oktobersonntag, gilt als die letzte der römischen ottobrate.
