Frutta di Martorana: in Palermo bringen die Toten den Kindern Obst aus Mandelteig, das aussieht wie echt
Obst jeder Art, mal Gemüse, gelegentlich ein Fisch: alles Mandelmehl, Puderzucker und Honig, so geformt, dass es echt wirkt. In Palermo auf Sizilien heißt die Frutta di Martorana nach dem Benediktinerinnenkloster, das Eloisa Martorana 1194 gründete: Die Nonnen, so die Überlieferung, ersetzten die im Garten gepflückten Früchte durch neue aus Mandeln und Zucker, um das Kloster für den Besuch des Papstes zu schmücken. Gemacht wird sie für die Festa dei Morti, den Totentag: In der Nacht von Allerheiligen legen die Verstorbenen der Familie den Kindern Geschenke hin, dazu Zuckerpuppen und „ossa dei morti“, Totenknochen. Ab dem 2. November wird das falsche Obst wirklich gegessen.
