Zwei Karten für den höchsten Gipfel Europas: Rom zieht die Grenze über die Spitze des Mont Blanc, Paris gibt den Gipfel ganz Frankreich
Über Courmayeur im Aostatal liegt der Gipfel des Mont Blanc, 4.807,3 Meter (Messung 2025), auf einer Linie, die zwei Länder verschieden zeichnen. Ein Abkommen von 1861, bis heute gültig, macht die Spitze zur Grenze, zur Hälfte geteilt; doch 1865 verschob eine französische Karte des Hauptmanns Mieulet die Linie und schlug den Gipfel Frankreich zu. Seither zieht Italiens Istituto Geografico Militare die Grenze über den Grat, das französische IGN legt die ganze Spitze auf seine Seite, die Schweizer Karten vermerken umstrittenes Gebiet. Vom Rifugio Torino bis zum Gipfel haben vor Ort italienische Behörden das Sagen. Entschieden wurde die Frage nie.
